08.09.2017 – Ein Urlaub geht zu Ende, und der Himmel weint

Es ist nicht zu fassen. Das sollen jetzt also wieder drei Wochen gewesen sein. Sind wir nicht erst gestern angekommen? Oder vielleicht vorgestern? Nach einer Couch-Nacht mit US-Open und NFL-Saisonauftakt wird heute erstmal nachgeschlafen. Dann kämpft Papa, als sich unvorhergesehen ein Sonnenstrahl durch die Wolkendecke verirrt, mit Erfolg um ein letztes, gemütliches Draußen-Frühstück mit den lieb gewonnenen Tiefkühl-Skagen-Slappern. Wir haben gerade die übrig gebliebenen Rundstykker für den Resttag geschmiert und den Tisch abgeräumt, als dann doch der angekündigte Regen einsetzt. Folglich treffen wir erste Vorbereitungen für die morgen anstehende Rückreise und spielen außerdem Bullaugen-Kniffel. Papa zum allerletzten Mal, nachdem er selbst mit 50 Bullaugen-Kniffel-Punkten noch Letzter wird. Bei wechselhaftem Wetter verlassen wir das Haus erst am frühen Nachmittag letzmals in Richtung Sæby. Nach mehreren Anläufen gelingt uns dort heute auf den letzten Drücker der Besuch beim Glashuset, wo auch das letzte Mitbringsel erworben wird. In diesem Fall für den Eigenbedarf und zur zukünftigen Verwendung im Nordsee-Wintergarten. Dann weiter zum Hafen, wo wir uns am Havnkiosk die trotz des Regenwetters einfach notwendige finale Mega-Eiswaffel (und ein Smarties-Eis) besorgen, die dann umständehalber im Auto verspeist wird. Noch ein Abstecher zu Hedebo Camping an Sæbys Nordrand und dem dortigen großen Rutschenturm, dessen drei geschlossene Rutschen sich auch beim zu diesem Zeitpunkt zum Glück nur recht schwachen Regen einigermaßen nutzen lassen. Dann die finale Papier- und Leergut-Entsorgung und Einkauf von Reiseproviant bei Aldi und Meny (Chocoladestang!). Auf der Rückfahrt werden von einem massiven Regenguss überrascht. Papa sieht seine Chancen auf den finalen Strandspaziergang schwinden. Fünf Kilometer später am Parkplatz der Professorens Plantage ist es aber schon wieder trocken und es blitzen sogar einige Sonnenstrahlen durch die Wolken – weshalb Papa den Restweg ab hier tatsächlich bei besten Bedingungen am Strand absolviert; erst ganz zum Schluss wird er doch noch ein bisschen nass. Abschiedstränen. Dann aber klart es sogar richtig auf und von Westen ergießt sich strahlende Sonnen in das Ferienhaus. Papa und Mirja nutzen die Gelegenheit für den zweiten Drachenflug des Urlaubs, müssen aber schnell feststellen, dass sich mit dem Regen auch der Wind weitgehend verabschiedet hat. Am Himmel zeigt sich dafür ein wunderbarer Abschieds-Regenbogen. Wir nehmen noch die obligatorische Sandprobe, dann zurück ins Ferienhaus zum Reste-Essen. Der Plüsch-Löwe aus Løkken ist doch ein Männchen und heißt jetzt Leo. Das Auto wird bepackt – und morgen beginnt dann die Etappenfahrt via Hahnenklee in die Heimat. Zeit für ein Fazit: Wieder ein tolles Ferienhaus in eigentlich prima Lage ganz nah am Strand. Aber eben doch nicht an der Nordsee. Was wir vermutlich aber überhaupt nicht als Rückschritt empfunden hätten, wenn sich das Wetter so sonnig und warm wie in den letzten Jahren präsentiert hätte. Und wenn die mehrfach beschriebene Rotalgenplage nicht gewesen wäre. Unter dem Strich hatten wir in diesem Jahr so leider deutlich weniger Strandtage als gewohnt – gerade dafür wäre das Haus bzw. das Kattegat aber angesichts des kinderfreundlichen Strands und ruhigen Wassers super geeignet gewesen. Über den dänischen Sommer 2017 wurde ja bereits geschrieben. Letztlich sind wir ja aber auch genau deswegen immer wieder gerne im Norden und – wie nachzulesen – durchaus dazu in der Lage, unsere Urlaubstage umfang- und abwechslungsreich zu nutzen. Insofern ist auch die Vorfreude auf den nächsten Dänemark-Urlaub im Sommer 2018 schon heute groß, dann wieder im westjütischen Årgab an der Nordsee. In Summe erreicht Papa elf Nordsee- und Kattegatbadegänge, gefolgt von Malte (10), Mirja und Morten (je 5) und Mama (1). Die Verbrauchswerte unterscheiden sich durchaus von den Vorjahren. So wurde z.B. nur eine einzige Melone verspeist (Vorjahr 5). Obst-Favoriten waren stattdessen Nektarinen, Pflaumen und Plattpfirsiche. Erstmals wurden die Rundstykker mangels vorhandenem Købmand durchgehend aufgebacken, was angesichts sehr leckerer Tiefkühlware aber nicht als nachteilig empfunden wurde. Brot spielte in diesem Jahr überhaupt keine Rolle, dafür haben wir den leckeren (süßen!) dänischen Kuchen von Meny (diverse Kanelkage, Chocoladestangen und mehr) sehr genossen. Und natürlich auch alle anderen, obligatorischen Spezialitäten Dänemarks….Schokoküsse….Frikadellepølse…Kærnemælk….Ymer und Ymerdrys. Der Rotwein (St. Laurent) kam in diesem Jahr vom Weingut Bechtel-Frey aus Rheinhessen, der Weiswein aus der Steiermark (Tement Sauvignon Blanc).

07.09.2017 – Løkken

Das DMI Byvejr verspricht halbwegs gute Aussichten auf einen zwar bewölkten, aber weitgehend trockenen Tag. Also werden Brötchen geschmiert, um ein letztes Mal der Nordsee einen Besuch abzustatten. Vorher retten wir aber noch eine Mini-Krabbe, die sich über unsere Muschelsammlung in unser Bad verirrt und bis heute überlebt hat. Naja, zumindest bringen wir sie zurück ins Kattegat und wünschen ihr alles Gute. Dann also ins Auto und nach Westen. Mit Zwischenstopp in Tårs bei der Firmenzentrale mit zugehörigem „Flagship Store“ von Wolf Camper – einem kleinen, dänischen Outdoor-Anbieter, dessen „Sommerbutiken“ wir bereits in Sæby und Skagen entdeckt hatten. Mama besitzt jetzt eine neue Hose und Papa eine neue Jacke. Vom sehr freundlichen Mitarbeiter erfahren wir, dass der diesjährige Sommer in Dänemark der Schlechteste seit irgendwann in den 70er-Jahren gewesen ist. Ohne einen einzigen richtigen Sommertag. Vor allem der Juli, der komplett in den dänischen Ferien liegt, sei ganz schlecht und viel zu kalt kalt gewesen. Wir hingegen hätten in den letzten drei Wochen eigentlich die beste Zeit in diesem Jahr erwischt. Das trifft vermutlich nicht zum ersten Mal zu, wenngleich wir in der Vergangenheit natürlich schon deutlich wärmere Bedingungen mit infolgedessen wesentlich mehr Strandtagen genießen konnten. Unter dem Strich können wir uns über das Wetter aber auch diesmal nicht wirklich beschweren. Es geht weiter nach Løkken an der Nordseeküste, wo zu unserer Überraschung deutlich mehr Trubel ist, als noch im Vorjahr. Viele Geschäfte und Restaurants, die im letzten Jahr bereits Ende August geschlossen hatten, sind noch geöffnet und es sind auch einige Urlauber in den Straßen unterwegs. Bei Ny Form verliebt sich Mama in eine leuchtend orangefarbene Nanok-Kinder-Skijacke. Diese wird eigentlich auf Vorrat für Morten erworben, jedoch umgehend von Mirja für den anstehenden Winter beansprucht, was Mamas kognitive Dissonanzen deutlich reduziert. Die Kinder nutzen diverse „Fahrgeschäfte“, so lange 10-Kronen-Münzen verfügbar sind. Wir laufen weiter zum Strand und dort vorbei an den angelandeten Fischerbooten und verbliebenen weißen Badehäusern (die ersten wurden bereits ins Winterquartier abtransportiert) nach Norden zu den Bunkern bei Furreby. Von hier geht es über den örtlichen Legeplads zurück in die Stadt und zur Grillbar Børsen, in welcher wir im letzten Sommer die Hotdog-Saison eröffnet hatten. Dort gibt’s einen Cheeseburger, einen Husetsburger und drei Fransk Hotdogs. Außerdem wird der schon irgendwie einzigartige Greif-Automat, bei dem man tatsächlich so lange probieren darf, bis man was „gewonnen“ hat, mit dreimal 20 Kronen gefüttert, wodurch drei weitere Stofftiere den Rückweg nach Deutschland antreten werden. Ein Garfield, ein Delfin und eine offensichtlich im falschen Körper geborener Löwin, die trotz unverkennbar vorhandener Mähne auf „Lisa“ getauft wird. Nun zurück ins Auto und mit selbigem an den befahrbaren Nordseestrand von Grønhoj. Bei zwischenzeitlich leichtem Nieselregen stürzen sich Papa und Malte verzweifelt ein letztes Mal in die Nordsee und ergreifen erst nach einer Quallensichtung die Flucht. Abschied. Zurück in Lyngså bemüht sich die Chefköchin um die Leerung des Kühlschranks, es gibt nochmal Fisch. Und das Blubbelbad wird nochmal in Betrieb genommen – erst zum dritten Mal auf dieser Reise.

06.09.2017 – Regen. Also nochmal ins Schwimmbad.

Heute ist dann tatsächlich mal einer derjenigen Tage, von denen viele Nicht-Nordsee-Kenner fälschlich vermuten, dass sie hier den Normalzustand darstellen: Es regnet. Zwar nur einmal, aber leider ohne Ende. Tatsache ist allerdings, dass wir derartige „komplette Regentage“ in unserer langen Nordsee-Geschichte bislang noch so gut wie nie erlebt haben“ – egal, ob wir im Herbst, Winter, Frühling oder eben wie jetzt im Sommer hier oben waren. An den letzten vergleichbaren Tag können wir uns ganz konkret gar nicht mehr erinnern. Wie auch immer, es ist wie es ist. Folgerichtig beginnt der Tag mit einem ausgedehnten, entspannten Drinnen-Frühstück. Anschließend genießt ein jeder und eine jede die Annehmlichkeiten des Ferienhauses entsprechend der individuellen Bedürfnisse.  Mama verschlingt einen weiteren ihrer nicht Nobelpreis-verdächtigten Wälzer. Die Kinder nutzen die Tablets, so lange man sie lässt und widmen sich dann alternativen Beschäftigungen: Lesen (Harry Potter), Malen, Fernsehen. Im Laufe des Nachmittags überzeugen sie dann ihre Eltern von der Sinnhaftigkeit eines weiteren Schwimmbadbesuchs. Da das Sæby Svømmebad frühzeitig schließt, fahren wir auch heute nach Frederikshavn in die uns bereits bekannte Einrichtung, in welcher wir trotz des Regenwetters auch heute den sehr überschaubaren Andrang genießen. Morten hat seine zuvor ausgeprägte Abneigung gegen Untertauchen bereits am Montag von jetzt auf nachher abgelegt und entwickelt sich zur Hardcore-Wasserratte – schaut aber trotzdem sehr erstaunt aus der Wäsche, als er beim Erstversuch ohne Schwimmflügel sang- und klanglos untergeht. Also wieder her mit den Schwimmflügeln und rauf auf die Rutsche, die wir heute mit den am Montag noch völlig übersehenen Rutschmatten und infolgedessen geschätzt der doppelten Geschwindigkeit nutzen. Papa schwitzt im Dampfbad, Mama zieht im Schwimmerbecken ihre Bahnen und wird dabei für exakt 375m freiwillig von Malte begleitet, der sich dann auch noch den Sprungbrettern widmet. Was dazu führt, dass er angesichts dieser immensen Anstrengung nach der Rückkehr ins Ferienhaus in voller Barcelona-Montur umgehend ins Bett fällt und nicht mehr gesehen wird. Mama kocht Papas Leibgericht mit leckeren Vildmose-Kartofler, sie selbst verspeist dazu ein ganzes Glas eingelegte Sild-Heringe. In New York spielen bei den Damen nur noch US-Girls mit, während sich bei den Herren Roger Federer verabschiedet.

05.09.2017 – Læsø

Um 11:30 legt sie also ab, die Fähre von Frederikshavn auf die Kattegatinsel Læsø ca. 27km entfernt in Richtung Schweden. Diesmal mit uns. Vorher statten wir aber der Frederikshavn Svømmelhal einen weiteren Besuch ab, schließlich sind dort ja noch drei Badehosen, die wir glücklicherweise auf Anhieb in einem Fundbüro-Container des in Schwimmbad integrierten Café Hyggestunden entdecken. Also gleich weiter zum Fähranleger und Fähren-Check-In. Bis zur Abfahrt bleibt  noch etwas Zeit, welche wir für einen einen kurzen Spaziergang zur Fußgängerzone von Frederikshavn nutzen – ab und an blitzt dabei sogar die Sonne durch die Wolken. Ansonsten ist das Wetter ähnlich wie gestern, also ziemlich dicht bewölkt – es bleibt aber den ganzen Tag trocken und auch einigermaßen angenehm temperiert. Zurück am Anleger überführen wir unsere Familienkutsche in den Bauch der inzwischen eingetroffenen „Margarete Læsø“ und genießen die 90minütige Überfahrt über das spiegelglatte Wasser großteils im Freien auf dem Oberdeck. Die beiden Kleinen nutzen zusätzlich den Kinderbereich mit Bällebad. Die für die Überfahrt zu zahlenden Preise sind übrigens für dänische Verhältnisse unfassbar günstig, was einer Subventionierung durch den dänischen Staat in den Zeiträumen direkt vor und direkt nach der Hauptsaison geschuldet ist. In diesen sogenannten „gelben Zeiten“ (nicht meine Erfindung, aber irgendwie total passend) liegen die Preise bei nur etwa einem Drittel der Hauptsaison und lustigerweise kostet die Überfahrt für uns als fünfköpfige Familie mit Auto sogar weniger, also ohne = als Fußgänger. Auf Læsø angekommen fahren wir zunächst über immer schmaler und schlechter werdende Straßen und Wegen an den westlichsten Punkt der Insel und starten dort einen Spaziergang zu einer kleinen Seilfähre, neben der irgendwer warum auch immer ein großes, weißes Indianer-Tipi gebaut hat. Dann geht es auf noch schlechteren Nebenstraßen weiter nach Byrum, mit beachtlichen 440 Einwohnern sozusagen „Inselhauptstadt“. Dort besuchen wir mit der Salzsiederei die vermutlich meistfrequentierte und wie nicht anders zu erwarten auch mit einem schönen Legeplads ausgestattete Sehenswürdigkeit der Insel. Das Pandekagehuset hat erfreulicherweise noch geöffnet (anders, also so ziemlich alles andere auf diesem Eiland), weshalb wir uns fünf Pandekager genehmigen. Natürlich besichigen wir auch die Einrichtungen der Salzsiederei und erwerben in der zugehörigen Butik verschiedenste Mitbringsel mit original Læsø-Salz zu sehr beeindruckenden Preisen. Jetzt weiter nach Østerby Havn, der „Metropole des Ostens“. Hier entdecken wir….wenig. Ein paar Bote im Hafen, ein kleiner Købmand, eine wunderbare Hummer-Skulptur und einen Legeplads, den wir aber aus Zeitgründen nicht nutzen. Stattdessen zurück nach Vesterø Havn und kurz an den Badestrand – Füße rein. Und dann stehen wir nach frühzeitigem Check-In am Fähranleger in der ersten Reihe. Schließlich hatten wir schon bei der Ankunft den wunderbaren Legeplads entdeckt, der nun von den Kindern bis zur Ankunft der „Margarete Læsø“ ausgiebig genutzt wird. Die Eltern erkunden derweil die Umgebung und erstehen kurz vor Ladenschluss beim lokalen Købmand das billigste Dänemark-Eis ever ever ever. 5x Top Hat, die dänische Version von Nogger Choc, für umgerechnet jeweils nur EUR 1,08. Der besagte Kaufmannsladen bemüht sich offensichtlich mangels Nachfrage, seine Eis-am-Stiel-Tiefkühltruhe leer zu kriegen und gewährt daher auf die noch vorhandenen Restbestände 50% Rabatt. Dann sind da immerhin noch ein funktionstüchtiger Geldautomat der Sparekasse Dronninglund und ein zumindest von außen zu begutachtendes Spa-Bad, das in sehr interessanter Art und Weise um den Turm der zuvor ausgemusterten Kirche herum gebaut wurde. Zurück auf der Fähre stürmen wir Deck 4 und ordern das heiß ersehnte Abendessen: 2x Rødspættefilet, 2x Frans Hotdog und ein Kebabmix. Als die Sonne gerade untergeht, erreichen wir Frederikshavn, dort noch ein kurzer Nachkaufstopp bei Netto und dann zurück ins Ferienhaus.

 

04.09.2017 – Wolken und Frederikshavn Svømmehal

Eigentlich soll heute um 11:30 die Fähre nach Læsø ablegen. Nach einem Blick aus dem Fenster wird sie das ohne uns tun. Nicht, dass die Wetteraussichten für die nächsten Tage allzu viel besser aussehen – wir hoffen trotzdem auf eine günstigere Gelegenheit bis Ende der Woche. Also ein gemütliches Drinnen-Frühstück mit Røræg. Die anschließende Kniffel-Bullaugen-Runde mit den gezinkten Würfeln endet für Papa, wie gewohnt. Mama gewinnt vor Malte und Mirja. Wir entscheiden uns für den eigentlich obligatorischen, aber erst heute erstmals von den Kindern eingeforderten Schwimmbadbesuch und nach Studium der Internetauftritte gegen die nächstgelegene Sæby Svømmelhal und stattdessen für das kommunale Hallenbad im wenige Kilometer weiter entfernten Frederikshavn. Vorher geht es aber noch kurz zum Muschel- und Schneckenparadies am Strand im nördlichen Bereich der Professorens Plantage – Mama hat zwischenzeitlich im Internet Anregungen für muschelbasierte Bastelarbeiten gefunden und macht den Sammlern darauf basieren konkrete Vorgaben zum vorhandenen Bedarf, der sich angesichts des reichlichen Angebots in kürzester Zeit decken lässt. Jetzt also nach Frederikshavn, wo sich die Svømmelhal als wirklich sehr schön angelegte Einrichtung erweist, die zum Zeitpunkt unserer Ankunft zudem nur sehr schwach frequentiert ist. Klassisches Schwimmbecken mit „Wasserlaufbahn“, Lernschwimmbecken mit Massagedüsen, separate Kinder- und Kleinkindbecken mit diversen Gimmicks, darüber hinaus auch ein Fitnessraum, eine Sauna und ein Dampfbad (wobei die beiden letztgenannten Einrichtungen wie in Dämenark gewohnt in das Bad integriert sind und mit Badebekleidung genutzt werden). Ach ja, und dann ist da noch diese weiße, einfach coole 35-Meter-Rutsche, zu deren Nutzung wir Mirja und Morten erst spät, dafür dann aber umso gewaltiger begeistern können. Als die Eltern kurz vor dem Drehwurm stehen, packen wir unsere Sachen. Naja fast – die Badehosen der männlichen Teilnehmer vergisst Papa in der Umkleide, was aber erst zu Hause erkannt wird. Vorher abolviert Papa noch einen Strandspaziergang, diesmal einige Kilometer von Süden bis zum Ferienhaus. Abends kocht Mama Fisch in den Varianten Tiefkühlfilet und Stäbchen mit Kartoffeln und Karotten. Deutschland zerlegt Norwegen fachgerecht mit 6:0 und Philipp Kohlschreiber verabschiedet sich als letzter deutscher Teilnehmer von den US-Open.

03.09.2017 – Adventure Golf an der Nordsee

Nach dem ereignisreichen Vortag und der Tennisnacht genießt die Familie zunächst die Annehmlichkeiten des Ferienhauses und ein Drinnen-Frühstück. Die Tablets werden intensiv genutzt und offensichtlich nie langweilig – auch wenn man den gleichen Film zum x-ten mal ansieht. Und dann macht man im Urlaub eben manchmal auch Dinge, die nicht so richtig logisch sind. Zum Beispiel fährt man am frühen Nachmittag einfach mal ne Stunde quer durch Nordjütland an die Nordsee, um dort an der uns bestens bekannten und auch wirklich schönen Anlage im Jambo Feriepark Saltum eine Runde Adventure Golf zu spielen. Für die 18-Loch-Anlage benötigen wir mit fünf Mitspielern unterschiedlicher Altersklassen ca. 2,5 Stunden und bleiben dabei trotz manch bedrohlich dunkler Wolke trocken. Mama, Inbegriff der ruhigen Hand, geht als Gewinnerin von der Anlage, gefolgt von Papa, Malte, Mirja und Morten. Letzterer aber ist es, dem das einzige Hole-In-One des Tages gelingt – weswegen aus seiner Sicht natürlich er der einzig wahre Triumphator ist. Kurz vor dem Abschied legt sich Malte mit einer Wespe an und beide verlieren. Sie nicht nur ihren Stachel, sondern wohl auch ihr Leben – totgebrüllt. Mit Kühlakku und Fenistil am Nacken fahren wir, wo wir doch schonmal da sind, weiter zum uns ebenfalls bestens bekannten Legeplads am Dayz Feriepark Grønhoj – wo wir uns im Vorjahr beim integrierten Købmand regelmäßig mit frischen Rundstykkern und sonstigen Dingen des täglichen Bedarfs versorgt hatten. Beim Fußball spielt Malte wie von einer Wespe gestochen und besiegt Papa mit 10:7, während Mirja und Morten die Spielgeräte nutzen. Dann noch eine Runde auf dem Hoppepuden und es geht weiter an den nahen Autostrand von Grønhoj, den wir entlangfahren, bis die weißen Strandhäuser von Løkken in Sicht kommen. An unserem Strandübergang des Vorjahrs werfen wir ein Blick auf das letztjährige Ferienhaus mit seiner einzigartigen Bank auf der Düne und stecken bei wunderbarem Wetter die Füße in die Nordsee. Mama sammelt Muscheln. Auf dem Rückweg decken wir uns bei Aldi Løkken mit Aufbackbrötchen für den Rest des Urlaubs ein und unterhalten uns mit der Kassiererin, die vor 14 Jahren aus dem Münsterland ausgewandert ist und keinen Zweifel daran lässt, dass sie garantiert nicht mehr zurückkehren wird. Wir wundern uns nicht. In Sæby dann noch Kohle-Nachschub von der Dronninglund Sparkekasse und kurze Nachkauf-Stopps bei Lidl und Fakta, bevor Mama die Familie mit Nudeln beglückt. Nachts geht Mischa Zverev in New York gegen Sam Querrey unter – aber davon erfahren wir erst am nächsten Morgen.

02.09.2017 – Skagen

Nach erneuter Tennisnacht mit glattem Dreisatzerfolg von Mischa Zverev über John Isner leidet vor allem Mama unter Schlafmangel. Nach Koffeineinsatz werden bei bereits strahlendem Sonnenschein die frisch aufgebackenen Brötchen geschmiert. Die Fresstasche wird darüber hinaus auch mit Kage und Obst bis an die Kapazitätsgrenze befüllt – und schon geht es gen Norden. Einen kurzen Zwischenstopp am Sæby Havn nutzt Mama für den Erwerb der bereits am ersten Urlaubstag entdeckten Flechtschuhe im nur-noch-am-Wochenende-Outlet-Shop. Kurz nach Frederikshavn entdecken wir ein weiteres Sport Outlet, in welchem nach langwierigem Auswahlprozess original dänische Color-Kids-Herbstschuhe erstanden werden. Jetzt aber weiter zum eigentlichen Ziel des Tages: Skagen (sprich: Skäään). Die nördlichste Stadt Dänemarks ganz oben an der -spitze Jütlands und im Vergleich zu den anderen uns bekannten Touristenorten durchaus mondän. Zuerst ins Stadtzentrum und die Fußgängerzone – hier ist, vermutlich sowohl dem Samstag als auch dem herrlichen Wetter geschuldet, so richtig was los. Zahlreiche Touristen, offensichtlich aber auch viele Einheimische bevölkern die Straßen und die diversen Restaurants und Cafés. Nach einem Stopp am uns bereits bestens bekannten Innenstadt-Legeplads entdecken wir bei Bo Bendixen neue FlipFlops für Malte und Morten – und Mirja bekommt das ersehnte T-Shirt mit dem rosa Igel (…). Obligatorisch auch der Besuch bei Skagen Bolcheriet mit Einkauf handlaveder Bolcher. Wie im Vorjahr enden wir bei unverändert strahlender Sonne in einem der aneinandergereihten und mit weitgehend identischen Speisekarten gegeneinander antretenden Fischrestaurants am Fiskehuskajen direkt am Jachthafen. Im besagten Havfruen Fiskehus XI investieren wir ein kleines Vermögen in lecker Fisch (Rødspættefilets, Fiskefrikadeller, handstegte Rødspætte). Erst am bereits späteren Nachmittag fahren wir weiter nach Grenen; der Landzunge, an der Skagerrak und Kattegat oder weiter gefasst ggf. auch Nord- und Ostsee deutlich erkennbar (ich wiederhole: deutlich erkennbar!) zusammenfließen und die gefühlt auch den nördlichsten Punkt Dänemarks darstellt (tatsächlich liegt dieser aber ein paar Kilometer westlich am Skagen Nordstrand). Wie im Vorjahr absolvieren wir den Hinweg vom heute bestens belegten Parkplatz mit dem Sandormen-Traktor – wie auch in Skagen selbst ist der Andrang weitaus größer als im Vorjahr und man muss sich sehr anstrengen, um am „Fotopoint“ = dem Zusammenfluss der beiden Meere eine kurze Gelegenheit für ein privates Shooting zu erhalten. Zu unserer Überraschung haben es sich dort als zusätzliche Fotomotive auch zwei Robben, darunter ein Jungtier, bequem gemacht und lassen sich von der großen Schar an Touristen kein bisschen beim Sonnenbad stören. Wir wechseln noch einige Zeit von Küste zu Küste und Meer zu Meer und genießen dann einen herrlichen Spaziergang entlang des Kattegat zurück zum Parkplatz. Von dort passieren wir Skagen und biegen wenige Kilometer südlich nochmals nach Westen ab. Anders als im letzten Jahr lassen wir die große Wanderdüne Rabjerg Mile diesmal im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und fahren stattdessen an den mit dem Auto befahrbaren Nordseestrand von Kandestederne, wo sich Papa und Malte bereits nach 18 Uhr in die Nordsee stürzen (ein solch herrlicher Tag ohne Bad im Meer – undenkbar). Mirja und Morten hüpfen zumindest durch die Wellen – und Mama schaut lächelnd zu. Dann aber geht es  – mit einem kurzen Mini-Nachkauf-Spieplatz-Stopp bei Hedebo Camping – zurück ins Ferienhaus nach Lyngså. Nach Philipp Kohlschreibers glattem Einzug ins Achtelfinale droht die nächste Tennisnacht.

01.09.2017 – Strandtag am Palmestranden in Frederikshavn

Es ist September. Mal wieder. Und der fängt gut an. Nach der Tennisnacht gibt’s ein gemütliches Draußen-Frühstück in der Sonne und auch für den restlichen Tag einen vielversprechenden Wetterbericht, wenngleich unverändert 2-3 Grad Celsius bis zu den gewohnten Wohlfühltemperaturen fehlen. Die Begutachtung des Strands vor der Haustür ist ernüchternd, das Wasser durch die Rotalgenplage braun gefärbt und alles andere als einladend. Also hoffen wir auf bessere Verhältnisse am ohnehin zur regelmäßigen Nutzung bestens geeigneten Pamestranden in Frederikshavn und werden alles andere als enttäuscht. Bei dort heute deutlich höherem Wasserstand als noch in der letzten Woche ist hier, ca. 20km nördlich von Lyngså, von einer etwaigen Algenplage nichts zu sehen – im Gegenteil: klares Wasser, heller Sand, Palmen und sehr viel Sonne = beste Verhältnisse. Naja, abgesehen von den bereits angesprochenen, aus unerfindlichen Gründen fehlenden 2-3 Grad Celsius an Lufttemperatur. Die aufgrund des zu Hause vergessenen Wasser-Trampolin-Dingens vor Ort erstandene Luftmatratze in grüner Qualität wird mit maschineller Unterstützung aufgepumpt und dann ausgiebig genutzt. Ebenso Papas gelber Liegestuhl. Mirja vergnügt sich in den Dünen, Malte auf dem Beachfußballfeld und Morten chilled auf der original Palmestranden-Strandliege. Nach gutem Zureden seitens der Restfamilie wirft sich Mama in ihren fast noch neuwertigen Neopren-Shorty und wagt sich ins Wasser, für Millisekunden und das obligatorische Beweisfoto sogar bis zum Hals. Zur Belohnung bekommt sie einen Softeis-Karamell-Iscafé vom Palmestrandens Ishus, das zudem die Kinder mit Fransk Hotdogs verköstigt, nachdem die eigentlich prall gefüllte Fresstasche komplett geplündert ist. Zum Abschluss dann noch zweimal Smarties-Eis, eine fette fünf-Kugel-mit-hvid-guf-und-flødeboller-Waffel am Ishus und ein Abstecher zum nahgelegenen Spielplatz mit Fußballfeld. Das Match gewinnen Malte und Mirja mit Golden Goal. Im Siebenmeterschießen ist Papa nicht zu schlagen, während sich Malte und Mirja am Ende hinter Mama und Morten grummelnd den vierten und letzten Platz teilen. Auf dem Heimweg noch ein Nachkaufstopp bei Fakta. Wir erreichen das Ferienhaus gerade rechtzeitig zum Anstoß des WM-Qualifikationsspiels Deutschland – Tschechien. Mama kocht zur Halbzeit Milchreis. Und Deutschland gewinnt trotz überschaubarer Leistung am Ende mit 2:1.

31.08.2017 – Faule Familie fährt spät nach Sæby

Nach angesichts des frühen Ausscheidens von Alexander Zverev erfolgloser, aber trotzdem langer Tennisnacht kann sich der Nachwuchs bis zum späten Drinnen-Frühstück lange ungestört mit den Tablets beschäftigen. Danach entscheiden wir uns nach einem Blick aus dem Fenster und des dort vorzufindenden, eher wechselhaften Wetters für gemütlichen Ferienhausurlaub. Die beiden Bullaugen-Kniffel-Runden gewinnt Mama, während Papa an den offensichtlich manipulierten Spielgeräten verzweifelt. Mama kreiert nach TV-Rezept aus tiefgefrorenen, vollreifen Bananen leckeres Eis und erreicht auf Papas Vorschlag durch das Hinzufügen von Nutella neue Geschmacks-Dimensionen. Erst nach 15 Uhr fahren wir der Form halber ins nahgelegene Sæby und schlendern zunächst durch die kleine Fußgängerzone, in welcher sich der Saison-Shop eines Outdoor-Anbieters bereits bis Juni 2018 verabschiedet hat. Kronen-Nachschub gibt’s via Kreditkarte von Spar Nord, weil die „Den Danske Bank“ dafür doch glatt Zusatzgebühren verlangt (Den Danske…..Die Deutsche…..überall das Gleiche!). Malte plumpst auf dem Spielplatz vom Balancier-Balken, das daraus resultierende Geschrei lässt Böses vermuten, doch die Heilung erfolgt kurzfristig. Weiter zum Hafen, wo sich Mama doch gerne nochmal diese Schuhe im Outdoor-Shop ansehen möchte – der hat inzwischen aber nur noch an Wochenenden geöffnet. Auch das Ishuset hat geschlossen, aber am Havnkiosk kriegen die Kinder noch die ersehnten Fransk Hotdogs. Und einen noch unbekannten Spielplatz an der Kirche entdecken wir auch. Nach dem obligatorischen Nachkaufstopp diesmal bei Meny verlässt Papa auf halber Strecke nach Lyngså das Fahrzeug und läuft in der untergehenden Sonne und unzählige Wellhornschnecken sammelnd durch die Rotalgenpest am Strand entlang nach Hause. Der August ist zu Ende, mal wieder.

30.08.2017 – Hirtshals: Oceanarium, Leuchtturm, Bunker

Trotz Drinnen-Frühstücks verspüren die pawlow’schen Kinder Hunger, sobald sie ins Auto steigen. Heutiges Ziel ist der Fährhafen Hirtshals ganz im Nordwesten, der sich mit dem „größten Aquarium Nordeuropas“ schmückt, dem Nordsøen Oceanarium. Nach den Erfahrungen des Vorjahrs staunen wir zunächst über den fast vollständig belegten Parkplatz und den beachtlichen Andrang (Anstehen an der Kasse – ja was ist denn hier los?). Scheinbar haben sich alle verbliebenen Nordjütland-Urlauber aus Deutschland dazu verabredet, das Oceanarium genau heute zu besuchen. Trotzdem entdecken wir im Vergleich zum letzten Jahr noch viel Neues. Unter anderem begleitet nun eine deutsche Biologin / Robbentrainierin die Fütterungen im Riesen-Haupt-Mondfisch-Aquarium und auch im Robbenbecken – im Vorjahr gab’s das ausschließlich auf dänisch und ohne Untertitel. Deshalb wissen wir jetzt, dass der einzig vorhandene und seit einem Jahr unverkennbar deutlich gewachsene Mondfisch in freier Wildbahn ca. 5.000 Quallen pro Tag (!) verspeisen würde und dass das Acrylglas des besagten Beckens stolze 41cm dick ist. Außerdem nutzten die Kinder diesmal die ausgegebenen Ekspeditionspässe zum Stempelsammeln und dank nun familiär vorhandenem iPhone können wir auch die App des Hauses zum individuellen Filmdreh verwenden. Erst zum Ende der Öffnungszeit – das Aquarium schließt nachsaisonal bedingt seit wenigen Tagen um 17:00 Uhr – verlassen wir die Einrichtung und fahren zum uns bereits bekannten Hirtshals Fiskehus am Hafen, um sehr lecker Fisch zu essen (Stegte Rødspætte aka Gebratene Scholle, varmrøget Laks aka Räucherlachs und 3x Børnemenü mit Rødspætte filets). Zum Abschluss darf natürlich der obligatorische Besuch am schönen Hirtshals Fyr und dem umgebenden Bunkermuseum mit unzähligen Anlagen nicht fehlen. Mit kurzem Abstecher zum Strand unterhalb (Füße rein!). Auf dem Heimweg nach Sonnenuntergang noch kurze Nachkaufstopps bei Lidl und REMA 1000 in Sæby. Bei den US-Open läuft Runde 2.