09.09.2016 – Und noch ein (letzter) Strandtag

Morgens fährt der diesmal natürlich vollständige Brötchentrupp zum letzten Mal gemeinsam zum Købmand und besorgt frische Rundstykker. Der Feriecenter-Spielplatz wird nochmals ausgiebig genutzt und Mirjas Trampolin-Tanz-Choreografie auf Video gebannt. Papa und Morten gewinnen 5:4 gegen Malte und Mirja, im Elfmeterschießen behält Papa vor gemeinsamen Zweitplatzierten Malte und Mirja und Schlusslich Morten die Oberhand. Dann das letzte Draußen-Frühstück (hier sind wir inzwischen deutlich im zweistelligen Bereich, obwohl das eine oder andere Frühstück bei den großen Tagesausflügen ja im Auto komsumiert wurde). Papa montiert Mirjas Fahrrad schonmal auf dem Autodach und befüllt gemeinsam mit Mama die Dachbox. Dann ein letztes Mal bei unfassbar warmem Wetter und unter strahlender Sonne an den Strand vor der Haustür. Heute werden die Strandmuscheln angesichts des anfangs nordseetypischen Westwinds mit Recht montiert – später ist’s dann nur noch ein Windchen, dem sich selbst der kleine Lenkdrachen verweigert. Papa und die Kinder stürzen sich im Tagesverlauf gleich zweimal in die Nordsee, Papa erreicht somit einen finalen Stand von sagenhaften 16 Badegängen in Nord- und Ostsee. Malte ist mit elf Badegängen ebenfalls zweistellig erfolgreich. Auch die Dünen und die Luftlounge-Liege werden wieder ausgiebig genutzt und das obligatorische Strandmuschel-Selbstauslöserfoto wird geschossen. Am Ende noch eine Partie Familien-Boccia und dann leider in der untergehenden Sonne doch wieder zurück zum Ferienhaus. Reste-Abendessen mit Nudeln und hausgemachten Hotdogs. Dann dürfen die Kinder in die Betten fallen, während Mama und Papa die Rückreise vorbereiten. Bayern gewinnt auf Schalke und der VfB verliert zu Hause gegen Heidenheim. Ein rekordverächtiger Urlaub geht zu Ende. Schlechtes Wetter hatten wir an der Nordsee ja bislang noch nie, aber diese drei Wochen toppen alles, was wir bisher erlebt haben. Papa wird morgen zum 21. Mal (von 21 Möglichkeiten) mit dem Fahrrad zum Købmand fahren, nicht ein einziges Mal hat etwaiger Regen dies verhindert. Die oben genannten Zahlen zu den Badegängen in Nord- und Ostsee sagen ja eigentlich alles – im Prinzip konnte jeden Tag ins Meer. Dann ist natürlich zu erwähnen, dass sich selbst Mama unter Zuhilfename des eigens angeschafften Neoprenanzugs zweimal in die kühlen Fluten stürzte (die Zahl ist natürlich noch ausbaufähig!). Und dann war da ja noch Papas longest Nordseewalk ever von der Mårup Kirke bis zurück in unser perfekt zum Urlaub passendes weil ebenso sagenhaftes Ferienhaus hier in Grønhoj. Die Vorfreude auf “Dänemark 2017” ist groß – wieder hoch oben in Nordjütland, dann aber erstmals an der Ostsee- bzw. Kattegatküste von Lyngså. Verbrauchswerte: Fünf Melonen, kiloweise Äpfel, Nektarinen und Trauben. 2,6 kg Lyoner von Lidl. 1,2kg Frikadellepølse. Knapp 200 frische Rundstykker, vier Brote, drei leckere Kuchen und an die zwanzig Zimtschnecken. 2 Butter, 2 Marmeladen und erstaunlich wenig (mitgebrachtes weil unbezahlbares) Nutella. 54 Schokoküsse. 7 Liter Buttermilch. 42 Liter Mineralwasser, 8 Liter Apfel- und Multivitaminsaft. 20 Dosen Bier. Zwei Flaschen Rotwein.

08.09.2016 – An den Strand!

Der Tag beginnt mit Nebel, doch schon um kurz nach neun beginnt die Sonne, sich mit Macht in den Vordergrund zu spielen. Papa radelt wieder spät und wieder alleine zum Købmand, ersteht dort die vier letzten verfügbaren Rundstykker und ein sehr leckeres Brot. Es folgt das nächste Draußen-Frühstück, es ist angenehm warm, der Strand ruft lautstark. Einfach alles wie gemalt, angesichts des sich leider, leider, leider abzeichnenden Ende eines wieder sagenhaften Dänemark-Urlaubs. Also die Taschen gepackt und raus an den Strand vor der Haustür, die Strandmuscheln werden pro forma aufgebaut, eher zum Schutz vor der warmen Sonne als vor dem bisschen Wind. Papa absolviert die Badegänge Nr. 13 und 14 (13x Nordsee, 1x Ostsee). Und endlich wagt sich auch Mama mit nagelneuem Neopren-Shorty kurz in das Meer der Meere. Die Kinder sowieso, Morten erstmals so richtig in Gänze. Ein wunderbarer Tag. Die Kinder nutzen die Dünen, Mama liest ihr drittes Buch zu Ende, Papa und Malte nutzen die Luft-Loungeliege, die Zeit verfliegt einfach so. Erst spät packen wir unsere Sachen, dann gibt’s Abendessen am Dünen-Tisch. Ein letztes Mal Blubbelbaden. Papa fährt zwecks Leergutentsorgung und letzten Einkäufen noch kurz zu Fakta und schickt die verbliebenen Postkarten auf den Weg.

07.09.2016 – Hjørring Vandhuset und Papas longest beach walk ever

Oh, wie schön ist Ausschlafen. Am späten Vormittag wird Papa alleine zum Købmand geschickt, bekommt aber trotzdem noch ein paar frische Rundstykker und eine Zimtschnecke. Schon wieder ein wunderbares Draußen-Frühstück. Am frühen Nachmittags geht’s dann nach Hjørring ins dortige Vandhuset, das gemäß eigener Einschätzung modernste Schwimmbad Dänemarks. Auf jeden Fall eine wirklich schicke Anlage mit in zwei halbe Bahnen teilbarem 50m-Becken, schönem Kinder-sehr-warm-Wasser-Bereich mit drei verschiedenen Becken plus Rutschen und einer Wellnesszone mit Sauna und Dampfbad. Und das zu gerade für dänische Verhältnisse durchaus annehmbaren Eintrittspreisen und eher untypisch langen Öffnungzeiten. Nach knapp drei Stunden im Wasser dann das pawlow’sche Schwimmbad-Eis. Auf dem Heimweg lässt sich Papa am Parkplatz des versandeten Rubjerg Knude Fyr absetzen, um seinen bislang längsten Dänemark-Strandspaziergang ever zurück zum Ferienhaus zu absolvieren. Der dann sogar noch länger werden sollte, als eigentlich geplant. Denn nachdem er vom Leuchtturm bereits bis zur ehemaligen Mårup Kirke marschiert ist, muss er schließlich einsehen, dass der wunderbar ausgeschilderte Nordsøstien wohl doch nicht (in irgend einer Form die steilen Klippen überwindend) zur Nordsee führen wird, sondern immer nur mehr oder weniger an derselben entlang. Also wieder zurück, am Leuchtturm und dessen Düne vorbei gen Süden, immer dem besagten Wanderweg folgend, der sich mitunter einigermaßen weit von der Nordsee entfernt. Als er sich dann fast schon damit abgefunden hat, den Rückmarsch auf einem Fernwanderweg statt wie geplant am Strand zu absolvieren, entdeckt er fern am Horizont dann doch etwas, was einen Zugang zum Strand vermuten lässt. Und sich als optisch höchst waghalsige Treppenkonstruktion (“Benutzung auf eigene Gefahr” – na vielen Dank) entpuppt, welche die steile Klippe hinabführt. Egal, bei soviel Strand-Sehnsucht ist jede Treppe recht. Und sie hält. Jetzt also endlich in Höchstgeschwindigkeit am Strand entlang, zunächst nach Nørre Lyngby, dann vorbei an Furreby und den vielen Bunkern über Løkken dann irgendwann nach Sonnenuntergang bis ins Ferienhaus in Grønhoj. Absolvierte Gesamtdistanz ca. 19km in etwa 3,5 Stunden. Extrem schmerzende Füße, daher noch ausgiebige Nordsee-Kühlung. Die Rhein-Neckar-Löwen gewinnen in Coburg.

06.09.2016 – Family Farm Fun Park Løkken

Nach dem gestrigen Vollprogramm ist heute zunächst gemütliche Entspannung angesagt. Erst am späteren Vormittag radelt der komplette Brötchentrupp zum Købmand und sichert sich noch einige frische Rundstykker. Dann der obligatorische Halt am Feriecenter-Spielplatz. Die Wipp-Junkies Mirja und Morten schaffen den gemeinsamen Aufstieg erstmals alleine. Beim Fußball gewinnen Malte und Mirja mit 5:4 gegen Papa und Morten. Im Elfmeterschießen siegt Papa vor Mirja, Morten und Malte. Zu Hause das nächste Draußen-Frühstück in der Sonne. Die sich dann immer öfter den aufziehenden Wolken beugen muss. Also rein ins Auto und zum nahe gelegenen Family Farm Fun Park, einen bereits 1993 in wirklich netter Art und Weise umgestalteten Besucherbauernhof nahe Løkken. Erstmal lassen sich hier natürlich viele verschiedene Tiere aus nächster Nähe beobachten, streicheln und füttern. Ponys, Esel, ziemlich freche Ziegen, Kaninchen, Schafe, Enten, Gänse, Meerschweinchen, Pfauen, natürlich Katzen, Schweine, und und und. Darüber hinaus finden sich diverse Spielgelegenheiten wie Hüpfburgen, Piratenschiff, Tretfahrzeuge für die ganze Familie, Tischtennis (naja…), Basketball, Volleyball oder z.B. ein Lianen-Strohspielplatz. Außerdem ein kleiner, ziemlich mit Wasserpflanzen zugewachsener See mit drei Tretbooten und eine kleine Fußballgolfanlage mit drei Löchern. Im Tagesprogramm werden zudem Ponyreiten und Fahrten mit dem Traktor-Anhänger angeboten. Und anders als so manche “Attraktion” hat der Park auch jetzt in der Nachsaison noch täglich zu den üblichen Zeiten geöffnet. Wir verlassen die Anlage kurz vor Schließung und lassen noch einen kurzen Strandspazierung zu den Bunkern am Nordrand von Løkken folgen. Dann geht’s nach Hause, Mama kocht lecker Abendessen (Fisch mit Kartoffelpüree, Blumenkohl und einer preisverdächtigen Sauce Hollandaise) und Papa tigert noch mal für eine Weile an den Strand (Füße rein). Angelique Kerber erreicht gegen Roberta Vinci das Halbfinale der US Open, die deutsche U21 gewinnt 1:0 in Finnland und die dänische U21 in Aalborg mit 3:1 gegen Rumänien.

05.09.2016 – Ab an die Ostsee: Lyngså, Sæby und Frederikshavn

Ein neues Gefühl: Der Wecker klingelt. Papa radelt zu nachtschlafener Zeit um kurz vor halb neun zum Feriecenter-Købmand, der um diese Zeit natürlich noch bestens bestückt ist. Zurück zu Hause werden die erstandenen Rundstykker mit entsprechenden Belägen veredet, die Fresstasche wird bis an den Rand befüllt. Samt Strandausrüstung geht es bei bereits strahlendem Sonnenschein in Richtung Ostsee. Nach gut einer Stunde erreichen wir zunächst Lyngså, ein ruhiges Ferienhausgebiet mit wirklich schönem Sandstrand (Ostsee, halt). Ein wahres Muschel- und Schneckenparadies, wir tragen den halben Strand zurück ins Auto. Sehen aber auch einige Quallen. Zudem begutachten wir das Haus, dass sich für den Sommer 2017 als Favorit herauskristallisiert hat. Dann zehn Kilometer weiter nördlich in das Städtchen Sæby mit sehr schönem Hafen, der unter anderem auch einige nette Restaurants beherbergt. Schließlich noch weiter nördlich nach Frederikshavn, bekannt als Fährhafen für Transfers nach Oslo, Göteborg und zur dänischen Insel Læsø.  Und für gute Einkaufsmöglichkeiten mit einer der größten Fußgängerzonen Dänemarks. Mirja besitzt eine neue Winterjacke die es unwahrscheinlich macht, dass wir Sie auf der Piste jemals übersehen werden. Außerdem gibt’s hier sehr leckeres hausgemachtes italienisches Eis (z.B. Schoko, Erdbeer, weiße Schoko, Erdnuß, Zitrone) von einem Verkäufer mit eindeutig asiatischem Migrationshintergrund. Dann endlich das Highlight des Tages: der Palmenstrand am Nordrand der Stadt. Dänemarks einziger welcher, der auch nur dadurch entsteht, dass alljährlich im Mai unzählige Palmen verschiedener Bauart am zudem künstlich angelegten Strand vergraben und Ende September wieder zurück ins Winterquartier gebracht werden. Was das sensationelle Flair der samt Beachvolleyball- und Beachsoccer-Plätzen kostenfrei nutzbaren Anlage kein bisschen schmälert. Und die (kostenpflichtigen) Palmen in der Badewelt Sinsheim wachsen dort ja auch nicht freiwillig. Wir verbringen also den unverändert sonnigen Nachmittag am herrlichen Palmenstrand, die ganze Familie stürzt sich in die ruhige Ostsee. Ja, die ganze Familie. Auch Mama. Schließlich hatte Papa ja ungefragt einen 3mm-Neopren-Shorty für sie erworben. Morten findet eine gaaanz große, gaaanz weiße Muschel, die sich als abgebrochener Plastiklöffel entpuppt. Mirja nutzt den Strand für Turnübungen. Und Malte ist zumeist auf dem Beachsoccer-Feld im Einsatz. Zwischendurch noch ein Café Latte, Eiskaffee und ein Softeis vom erstaunlich preisgünstigen Palmestrand-Iskiosk, bei welchem wir vor der Rückreise auch noch vier Fransk Hotdogs und einen Risted Hotdog (Mama) erwerben. Dann mit kurzem Legeplads-Zwischenstopp, bei welchem Papa schmerzhaft auf dem Rücken landet, der untergehenden Sonne entgegen zurück an die Nordsee. Noch kurz Einkaufen im einzig noch geöffneten Supermarkt Fakta in Løkken. Papa marschiert noch alleine an den Strand, so ganz ohne Nordsee geht einfach nicht. Und bucht dann für den Sommer 2017 trotzdem das heute morgen besichtigte Ferienhaus in Lyngså. An der Ostsee (!).

04.09.2016 – Kerzenziehen bei Blokhus Lys

Nach der anstrengenden Tour des Vortags ist erstmal wieder eine gemächliche Gangart angesagt. Papa und Mama beschäftigen sich bereits intensiv mit dem denkbaren Dänemark-Ferienhaus 2017. Erst als sich die Sonne bereits ihrem Höchststand nähert, düst der komplette Brötchentrupp in Richtung Feriecenter – mit Zwischenstopp zur Begutachtung eines theoretisch buchbaren Haus direkt an der Dünenkante von Grønhoj. Morten hat sich wohl dafür entschieden, den restlichen Urlaub als Papas Beifahrer zu absolvieren und macht keine Anstalten, nochmal selbst auf das Behelfs-Laufrad zu steigen. Beim Købmand gibt’s natürlich längst keine frischen Rundstykker mehr, weshalb stattdessen ein Brot und frische Rundstykker erworben werden. Dann ausgiebiger Aufenthalt am Feriecenter-Spielplatz. Auf dem Weg von den Spielgeräten zu Maltes Fußballstadion fällt Mirja beim Schieben (!) Ihres Fahrrads auf die Nase und schlägt sich beide Knie auf. Sie kann daher verletzungsbedingt nicht an der anstehenden Partie teilnehmen, die Morten und Papa gegen Malte mit 5:4 für sich entscheiden. Beim Elfmeterschießen geht Malte mit 0:3 gegen Papa unter. Als sich die lange scheinende Sonne übergangsweise hinter eine Wolkenwand verzieht, entscheiden wir uns für eine Fahrt zu Blokhus Lys – und das zwischenzeitlich obligatorische Kerzenziehen. Die so ziemlich günstigste Freizeitbeschäftigung Dänemarks. Da ist man drei Stunden beschäftigt, nimmt 20 eigen- und handgefertigte Kerzen mit und zahlt dafür gerade mal gute 30 Euro. Und nen schönen Spielplatz gibt’s da auch noch, weshalb natürlich Papa und Mama den Löwenanteil der Kerzenfertigung übernehmen “durften”. Auf dem Heimweg werden dann noch mehrere potentielle Ferienhaus-Locations in Blokhus, Kettrup Bjerge und Grønhoj besichtigt. Papa und Mama ziehen ernsthaft in Erwägung, für 2017 erstmals ein Ferienhaus an der Ostseeküste zu buchen. Zu Hause stürzt sich Papa bei zwischenzeitlich wieder strahlendem Sonnenschein zum elften Mal in die Nordsee – Rekord. Und kein Ende abzusehen. Zum Abendessen gibt’s Pizza und “Kaddoffl mit weiße Käs”, dann hüpfen die Kinder ins Blubbelbad. Deutschland gewinnt souverän 3:0 in Norwegen, Dänemark nur knapp mit 1:0 gegen Armenien. Und ein Franzose namens Lucas Pouille (wersndas?) im Tie-Break des 5. Satzes gegen Rafael Nadal. Unfassbarer Sternenhimmel in klarster Nordsee-Nacht.

03.09.2018 – Hanstholm und Thisted

Heute steht eine der beiden langen Touren auf dem Plan. Diesmal diejenige in Richtung Süden bis nach Hanstholm und Thisted. Also fährt Papa alleine zum Købmand, dies ungewöhnlich früh, was bzgl. Verfügbarkeit von frischen Rundstykkern an einem An- und Abreisetag aber auch ratsam ist. Während die Verpflegungstasche gepackt wird, beginnt es zu regnen. Wir verabschieden die Nachbarn gen Heimat und düsen los. Bereits am ersten Zwischenstop in Saltum zur Erkundung potentieller Unterkünfte für das nächste Dänemark-Jahr strahlt wieder die Sonne. Trotzdem kommt Saltum wohl eher nicht in Frage. Schöne Gegend, schöne Häuser, aber alle bereits im Weihnachtsurlaub. Der Strandkiosk z.B. hat sich bereits bis Ostern 2017 verabschiedet. Warum beginnt hier eigentlich die Saison zwar Anfang April, endet aber schon (spätestens) Ende August, obwohl da Wetter und Wassertemperaturen regelmäßig viel besser sind, als im Frühjahr (wir haben da ja ausgiebige Erfahrungswerte)? Nächster Halt dann am Strand von Tranum, da ist aber rein gar nix. Außer eben Strand. Weiter nach Slettestrand. Da ist eigentlich auch nix. Aber immerhin ein wunderbarer Skovlegeplads bzw. Motionssti, den die Kinder ausgiebig nutzen. Nun weiter zum eigentlichen Ziel vorbei an Ausläufern des sonnigen Limfjords bis nach Hanstholm. Am dortigen Hafen ist schon wieder nix, naja zumindest wenig. Ein, zwei unscheinbare Hafencafés, aber alles nicht besonders einladend, eher ein reiner Fischerei- bzw. Industriehafen. Der irgendwann auch mal als Fährhafen zu den Färöer Inseln und nach Island genutzt wurde, jetzt liegen Sand- und Kieshaufen auf den früheren Wartespuren für potentielle Nutzer der Fähre, die inzwischen in Hirtshals an- und ablegt. Also weiter ins ebenso “funktionelle” Einkaufszentrum, in welchem die meisten Läden aber bereits zum Mittag die Türen geschlossen haben. Immerhin finden wir einen Bäcker, der lecker Smarties-Zimtkuchen verkauft. Nun kurz zum auf dem höchsten Punkt gelegenen und daher selbst eher putzig wirkenden Hanstholm Fyr, durch die Lage trotzdem höchstgelegenes Leuchtfeuer Dänemarks und zudem der älteste Leuchtturm an der dänischen Westküst. Und schon weiter zum Bunkermuseum, dem durch den großen Umfang der Anlagen durchaus beeindruckenden, wesentlichen touristischen Ziel des Orts. Wir beschränken uns auf einen Spaziergang in den Außenanlagen, da Mama auf der Umgebungskarte einen Skovlegeplads entdeckt. Den wir dann aber leider trotz Einsatzes aller verfügbaren technischen Mittel schlichtweg nicht finden, obwohl sogar in Google Maps verzeichnet. Er ist aber eben einfach nicht da. Stattdessen also ein ungeplanter Waldspaziergang und dann weiter nach Thisted am Limfjord, dem Hauptort der gleichnamigen Kommune, die sich nach Süden noch weiter bis Agger fortsetzt (d.h. bis direkt gegenüber von Thyborøn, dem jeweilig nördlichsten Punkt unserer bisherigen Dänemark-Reisen). In Thisted, da wäre eigentlich was, allerdings schließen hier alle Geschäfte samstags bereits um 14:00 Uhr und die durchaus schöne Fußgängerzone mit Kirche und diversen Geschäften ist völlig ausgestorben. Irgendwie auch komisch in einem Land, in welchem die Supermärkte regelmäßig “alle dage” inklusive Sonntag geöffnet sind, und dies nicht selten bis 21 oder 22 Uhr am Abend. Immerhin ist der bereits bei der Reiseplanung entdeckte Spielplatz tatsächlich existent und wird dementsprechend genutzt, bevor am Hafen noch eine Salto-Eiswaffel mit drei Kugeln (Schoko, Smarties und versehentlich was orangefarbenes mit Kaugummigeschmack), Softeis, Erdbeer-Guf und Schokokuss-Topping erstanden wird. Auf dem Heimweg dann noch Stops bei Lidl Thisted (nochmal Lyoner und mehr nachkaufen) und Meny Saltum (Frikadellepølse – wieder fragt sich Papa, warum es diese Frikadellen in Wurstscheibenform  nicht auch in Deutschland gibt). In Licht der untergehenden Sonne stürzen sich Malte und Papa am Strand vor der Haustür in die Nordsee, Papa hat damit den Vorjahresrekord von zehn Nordseebadegängen bereits heute eingestellt. Im Fernsehen läuft Pumuckl von der Festplatte und Mama kocht lecker Abendessen (Schnitzel, Kartoffeln und Karotten).

02.09.2016 – Faule Familie fährt spät nach Lønstrup und Løkken

Lange, lange Ausschlafen. Papa hat keine Ahnung, wie er jemals wieder mitten in der Nacht im Büro sein soll. Also um acht, oder um neun. Nicht mal um zehn. Heute fährt er alleine zum Købmand, der überraschenderweise zu später Stunde noch ein paar Rundstykker im Angebot hat, außerdem auch frisches Brot und Zimtschnecken. Die Rückfahrt wird über den Strand ab Grönhoj Strandvej ausgedehnt, diesmal fällt Papa bei Sti 6 auch nicht in den Bach. Wäre auch echt blöd gewesen, für die Rundstykker, das Brot und die Zimtschnecken. Diese Zeilen beweisen, dass gerade ein Urlaubsloch gefüllt werden will. Nach dem Mittagsstück ist die Familie faul und genießt bei durchwachsenem, mitunter leicht regnerischem Wetter die Annehmlichkeiten des Ferienhauses. Alle Tablets sind im Einsatz, dann wird auch Skip-Bo ausgepackt. Irgendwann raffen wir uns doch noch auf und fahren nochmal ins nördlich gelegene Lønstrup. Schließlich hatten wir beim dortigen Erstbesuch doch glatt den Bo Bendixen-Shop übersehen, den zweiten und letzten in unserem diesjährigen Einzugsgebiet. Diesmal finden wir ihn und alle Kinder werden neu ausgestattet. Ansonsten ist das Städtchen eher enttäuschend und kommt als zukünftiges Ferienziel für uns nicht in Frage. Einen Strand suchen wir heute fast vergeblich, trotz nur leichten Winds schlagen die Wellen an vielen Stellen gegen die zum Schutz aufgeschütteten Steinwälle und geben nur hier und da mal einige Sandflecken frei. Und dann wird auch noch das öffentliche WC durch die vermuteten Teilnehmer einer dänischen Kaffeefahrt in Beschlag genommen. Also schnell weiter nach Løkken und in die Hotdog-Burger-Bude, die wir bereits am Tag nach unserer Anreise besucht hatten. Dreimal Burger, zweimal Fransk Hotdog und drei Stofftiere aus dem Greifer-Automaten. Der hat, ganz anders als in Deutschland, einen Greifer, der seines Namens würdig ist. Und lässt, ganz anders als in Deutschland, beliebig viele Versuche zu, bis man dann tatsächlich irgendwas geschnappt hat. In unserem Fall zwei Affen und schwarz und braun und ein gelbes Bärchen. Die Kinder sind also glücklich, vertilgen zu Hause dann noch Lasagne-Reste und Mini-Pizzen um sich dann letztmalig zu den Nachbarsjungs zu verziehen. Denn die reisen morgen ab, während uns immerhin (bzw. leider nur noch) eine Woche bleibt. Papa stürzt sich statt Tagesschau wieder ausgiebig in die Nordsee. Und Mama inhaliert die US Open.

01.09.2016 – Maxi-Minigolf und Skovlegeplads

Es ist September. Draußen sieht’s aber aus, wie im August. Der komplette Brötchentrupp, Morten diesmal wieder als Papas Beifahrer, fährt morgens zuerst zum Købmand und besorgt frische Rundstykker, Brot und Zimtschnecken. Dann der obligatorische Stop auf dem Spielplatz am gegenüberliegenden Ende des Geländes. Papa und Mirja gewinnen 5:3 gegen Malte und Morten. Nach dem Draußen-Frühstück (so hoch wie in diesem Jahr war die Draußen-Quote noch nie!) dann mit den Nachbarn zur Maxi-Minigolf-Anlage des Jambo-Ferieparks in Saltum, angeblich einer der größten Anlagen in Europa, wenn nicht sogar “die Größte”. Wirklich toll angelegt und mit entsprechender Regelauslegung für alle Teilnehmer spielbar. Angesichts des Flights von neun Mitspielern benötigen wir mehr als drei Stunden für die 18 Loch, am Ende gewinnt Nachbarsjunge Junior vor den gleichauf liegenden Nachbarsjunge Senior, Nachbarpapa und Mama. Dann weiter zum Skovlegeplads im “Gateway Blokhus”. Mirja purzelt diesmal gleich zweimal vom selben Tarzan-Gerät, welches ihr schon beim letzten Mal zum Verhängnis wurde. Aua. Den Heimweg von gut 11km absolviert Papa dann unvorbereitet = barfuß am Strand und läuft sich dabei Blasen an beiden Füßen (Sich barfuß Blasen laufen? Geht das überhaupt? Ja, das geht!). Diesmal vorbei an gleich zwei kopflosen Robben-Kadavern, unzähligen Alien-Entenmuscheln und einem im Sand festgefahrenen Auto. Zu Hause gibt’s derweil lecker Lasagne, danach verziehen sich Malte und Mirja wieder ins Nachbarhaus und konsumieren als Nachtisch Mr. Bean. Denn bei uns läuft nur Tennis.

31.08.2016 – Hirtshals mit Nordsøen Oceanarium

Papa düst alleine zum Købmand und besorgt Rundstykker für ein schnelles Draußen-Frühstück auf der schon wieder sonnigen Terrasse. Irgendwie war der DMI-Wetterbericht in den letzten Jahren zuverlässiger. Dann ins Auto und wieder gen Norden, diesmal aber nur eine gute halbe Stunde bis nach Hirtshals. Dort ins tolle Nordsøen Oceanarium mit verschiedenen Aquarien, Robben, Streichelbecken, Info- und Spiel-Stationen und natürlich tollem Spielplatz mit Sturmsimulator-Boot, Kletterwal und einer dem Hirtshalser Leuchtturmensemble nachgebildeten Rutsche. Erwartungsgemäß herrscht kein wirklicher Andrang, angesichts der vielen Sitzgelegenheiten im nahezu ausgestorbenen Café und im Außenbereich möchte man sich wieder mal gar nicht vorstellen, was hier in den dänischen Sommerferien so los sein muss. Im beeindruckenden, wohl größten Meerwasseraquarium Europas bewundern wir einen selten in Aquarien zu findenden Mondfisch und bestaunen die Fütterung der unzähligen Fische durch einen mit Mikrofon ausgestatteten und (auf dänisch) live kommentierenden Taucher. Nach ausgiebigem Spielplatzaufenthalt und der Seehundfütterung geht’s dann ins Stadtzentrum, wo Papa neue Schuhe kauft und alle sehr leckeren Fisch und Nachtisch-Eis (Smarties, Lion, Skildpadde, Jordbær) im Hirtshals Fiskehus futtern. Schließlich noch ein Stopp am weißen Hirtshals Fyr mit kurzer Begehung des dortigen Hirtshals Bunkermuseum – unfassbarer Wahnsinn, was dort in die Dünen hineinbetoniert wurde. Auf dem Heimweg kurze Begutachtung der Strände von Tornby und Nørlev zwecks Vorselektion zukünftig geeigneter Urlaubslokationen. Dann noch Kühlschrankauffüllen bei Aldi und zurück nach Hause, wo sich Malte und Mirja zu den Nachbarskinder verziehen und sich Papa im letzten Sonnenlicht in die Nordsee stürzt, schon zum achten Mal. Deutschland gewinnt 2:0 gegen Finnland und verabschiedet Bastian Schweinsteiger aus der Nationalmannschaft. Der August ist zu Ende.